Das Bild der privaten Ermittler in den Köpfen der Menschen ist stark durch die diversen Fernsehserien und Kinofilme geprägt. Das Wort Detektiv löst bei vielen sofort eine Assoziation aus, die unausweichlich scheint. Eine schmale Gestalt mit einem Trenchcoat und einem Fedora-Hut, der sich bei schlechtem Wetter durch dunkle Gassen drückt, untreuen Ehemännern hinterherspürt und sich mit mächtigen Gangsterbossen anlegt. Diese Klischees sind natürlich eben nur Klischees und die Fantasie der Krimiautoren hat mit der Realität nichts zu tun. Doch gerade die Fantasie ist es, die dem Beruf des Detektivs das Etikett der Spannung und des Abenteuers aufdrückt. Die Begeisterung für die großen Kriminalhelden der Literatur geht sogar soweit, dass Tausende von Menschen jedes Jahr verzweifelt eine bestimmte Hausnummer in der Innenstadt von London suchen, ohne fündig zu werden.
Weder das Haus, noch die Figur, die darin gelebt haben soll, haben reale Vorbilder. Die Straße dahingegen gibt es wirklich. Aber auch die Ermittlertypen, die in den Schwarz-Weiß-Filmen in unnachahmlicher Weise das Bild des Detektivs geprägt und beeinflusst haben, spuken durch die Köpfe der Menschen, wenn die Sprache auf Detektive kommt. Darin steckt wohl auch die Sehnsucht der Menschen nach Freiheit, Unabhängigkeit und nach einem Hauch von Gefahr, um das Leben zu bereichern. Am Ende, und das ist wichtig, siegt in den Geschichten und Filmen immer das Gute und der Held bekommt die schöne Frau. Die Realität könnte davon nicht weiter entfernt sein. Detektiv sein bedeutet harte, oftmals eintönige Fleißarbeit, das Auswerten kleinster Spuren und Hinweise, mühselige Sichtung von Datenbergen, um den einen entscheidenden Hinweis zu finden. Da jeder Fall jedoch anders ist, wird es nie langweilig. Und manchmal muss man als Detektiv sogar doch sich bei Nacht und Regen durch dunkle Seitenstraßen drücken, um den untreuen Ehemann oder die betrügerische Ehefrau auf frischer Tat zu ertappen. Die Romantik der Romane hat es leider nicht bis in die Realität geschafft.